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10.06.2015: Zum Goldenen Chorjubiläum: Interview mit Angelika Zachlot

Liebe Angelika, du hast dein Goldenes Chorjubiläum für 50 Jahre aktive Chormitgliedschaft erreicht. Wie kamst du denn eigentlich zum Chorsingen?

Ich kam im Oktober 1965 in den Chor. Unser damaliger Schulchor hatte gemeinsame Konzerte mit dem damaligen Thomas-Müntzer-Chor gegeben und so wurden wir geworben. Damals waren wir sehr stolz darauf in so einem guten Chor singen zu dürfen. Aus dem Thomas-Müntzer-Chor entstand ja dann später der Erfurter Steigerwald-Chor, in dem ich immer noch Mitglied bin.

 Was ist das Schönste beim Singen? Die Stimmung? Die Leute? Das Liedgut?

Für mich bedeutet Singen sehr viel. Das Treffen mit anderen Chormitgliedern macht Spaß, entspannt und lässt auch manche Sorgen vergessen. Das Liedgut hat sich in den vielen Jahren schon verändert. So waren damals Kirchenlieder besonders zu Weihnachten nicht so  erwünscht, heute ist das Repertoire auch viel abwechslungsreicher. Aber die Volkslieder und klassischen Lieder wurden auch damals schon gern gesungen.

 Hast du dich im Laufe der Zeit verändert beim Singen? Was meinst du, hat sich das Hobby "Chorsingen" im Laufe der Zeit in der Gesellschaft verändert?

Verändert habe ich mich sicherlich. So bin ich ganz klar älter geworden in der ganzen Zeit. Aber ich singe nach wie vor sehr gerne. Gesellschaftlich hat sich so Einiges verändert. Vor der Wende wurde die Chormusik vom Staat gefördert und hatte einen  hohen Stellenwert. Heute ist man eher auf sich allein gestellt. In der langen Chorzeit habe ich natürlich auch viele Höhen und Tiefen miterlebt. Es waren immer wieder unterschiedliche Chorleiter an der Spitze und auch das Liedgut war sehr unterschiedlich. Dabei ist klar: Auch Liedgut, was man nicht so gut findet, muss man lernen. Das ist heute nicht anders als früher.

Welchen Rat hast du für junge Menschen, dass sie auch mal ein Goldenes Chorjubiläum erreichen können wie du?

Dass ich so lange durchgehalten  habe, das liegt natürlich an erster Stelle an der Liebe zur Musik. Aber auch an der Gemeinschaft mit den Sängerinnen und Sänger des Chores. Man muss sich einfach im Chor wohlfühlen. Ich wünsche mir, dass viele Sängerinnen und Sänger bei der Stange bleiben. Sie können es auch schaffen, ein langjähriges Mitglied zu werden. Es muss ja nicht immer gleich ein goldenes Jubiläum werden.

Nachtrag: Angelika Zachlot verstarb am 31.07.2016